Der Langstreckenverkehr auf der geteerten Überlandstrasse in Mali basiert auf relativ modernen Reisecars. Die sind ziemlich gut im Schuss, und wenn man bei geöffneter Vordertür mit 80 durch die Landschaft braust, ist das sogar eine ziemlich angenehme Art zu reisen, und - neben dem Mietwagen - die luxuiöseste. Leider ist ein Bus, in dem alle Sitzplätze besetzt sind, nach afrikanischer Auffassung ein leerer Bus. Zwar wird an den Busbahnhöfen peinlich genau durchgezählt und die Passagiere werden einzeln mit Namen aufgerufen, um einzusteigen. Kaum verlässt der Bus jedoch den Busbahnhof, lässt der Chauffeur zusätzliche Leute einsteigen, die sich irgendwo noch reinquetschen, und kassiert dafür ab. Leider wollen auch die Polizisten mit abkassieren und halten den Bus an jedem Kontrollpunkt an, um eine Strafe für den überladenen Bus einzufordern.
An diesen Kontrollpunkten haben sich richtige Zwischenverpflegungsindustrien gebildet. Kaum hält der Bus an, werden durch alle Fenster und Türen Esswaren feilgeboten. Leider sind diese Delikatessen aber überhaupt nicht geeignet, um im Bus verzehrt zu werden. Bei Maniok und Wasserwurzeln fällt mindestens so viel Abfall an, wie essbar ist. Dasselbe gilt für Schaffleisch am Knochen. Und weil man, wie zuhause, den Abfall einfach auf den Boden spuckt oder fallen lässt, füllt sich der Bus schön stetig mit Abfall auf, am Schluss kriegt man kaum noch einen Fuss auf den Boden. Stellt euch das Gemisch von süsslichem Verwesungsgeruch von Hammelfleisch gemischt mit Schweiss und Kompost nach 12 Stunden (Mopti-Bamako) bei bis zu 40°C in so einem Bus vor!
Le Taxi Brousse
Die eigentliche Attraktion sind aber die zahlreichen Busch-Taxis. Meistens sind das Peugot Pick-ups oder kleine Mercedes Büsschen. Garantiert immer überladen und altersschwach, aber mit viel Charme. Die meistern die ruppigsten Strecken und können alle möglichen Güter transportieren. Für Passagiere ist auch reichlich Platz. Hinten wird reingequetscht was geht, vier Leute können auf der hinteren Stossstange surfen und wenn das Dach nicht voll beladen ist, hat es dort auch noch reichlich Platz. Die beiden Sitze neben dem Fahrer kriegt man zum 1. Klasse Tarif. (Mit Barbara waren wir mal 29 in, um und auf so einem Minibus!)
Schafe und Ziegen lassen sich ideal auf dem Dachträger festzurren.
Leider ist es schwierig Fotos von den vorbeifahrenden Wagen zu machen. Ich hätte Euch gerne noch mehr gezeigt: Die zahlreichen Eselswagen, die man unter dem 3 x 3 m Stroh-Kubus kaum mehr sieht; Pferdekutschen von Marktfahrern; Autos, die auf einem halben Zylinder laufen und eher vom Rauch aus dem Auspuff angetrieben werden; mit Leuten heillos überfüllte Muldenkipper; oder als Kontrast die SUV-Karawane des Präsidenten mit seinem gelben Hummer II in der Mitte.
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